Summ, summ, summ – Bienchen fall tot um

Post von der Staatlichen Versicherung der DDR (Umschlag)

18.8.1971

Sehr geehrter Herr H.!
Die LPG „Bergland“ D. gibt uns mit Schadenanzeige davon Kenntnis, daß eine Kartoffelfläche mit einem Unkautbekämpfungsmittel gespritzt wurde und dadurch Schäden an Ihren Bienenvölkern entstanden sein sollen.
Bevor wir zu Ihren Ersatzansprüchen Stellung nahmen können, macht es sich erforderlich, daß Sie ein Gutachten der Bienenschutzstelle der DDR Hohenneuendorf bei Berlin vorlegen. Aus diesem muß ersichtlich sein, ob die Bienen mit bienengefährlichen chemischen Pflanzenschutzmitteln in Berührung gekommen sind und sich daran vergiftet haben.
Wir nehmen an, daß dies von Ihnen bereits in die Wege geleitet wurden.
Hochachtungsvoll,


9.11.1971

Sehr geehrter Herr H.!
Zu obigem Schadenvorgang haben Sie uns das Gutachten der Bienenschutzstelle der DDR eingereicht. Wie Ihnen bekannt ist, stimmen die im Gutachten angegebenen Pflanzenschutzmittel nicht mit den von der LPG gespritzten Mitteln überein.
Wir haben daraufhin nochmals die LPG um Mitteilung gebeten, welche Pflanzenschutzmittel tatsächlich zur Anwendung kamen. Mit Schreiben vom 3.11.1971 bestätigte die LPG, daß die bereits genannten Mittel gespritzt wurden. Da die LPG „Bergland“ D. nach dem Gutachten nicht der Schadenverursacher sein kann, ist es uns nicht möglich, über den bestehenden Versicherungsschutz der LPG Ihren Schaden zu bearbeiten.
Sollte es sich jedoch um einen anderen Betrieb handeln, der das entsprechende Spritzmittel verwendet hat, durch das die Bienen zu Schaden kamen, wäre es Ihre Aufgabe, sich an den Schadenverursacher zu halten.
Hochachtungsvoll,

Brief von der Staatlichen Versicherung der DDR, August 1971, Seite 1 Brief von der Staatlichen Versicherung der DDR, August 1971, Seite 2 Brief von der Staatlichen Versicherung der DDR, November 1971, Seite 1 Brief von der Staatlichen Versicherung der DDR, November 1971, Seite 2

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