Die Bäume rauschen noch nicht

Tourismusbeilage 1971Wenn man im Bezirk Halle wohnt, dann muß man Halle-Neustadt kennen, hat kürzlich einer gesagt, der es kaum ein paar Wochen aushält, ohne „mal nachzugucken“. Aber der hat es von Halle auch nur einen Katzensprung weit, etwa 12 Minuten mit der S-Bahn zu fahren.

Trotzdem: Ein weiterer Weg sollte Sie nicht schrecken, einmal ein Wochenende für eine Familienexkursion nach Halle-Neustadt zu planen. Das wird noch keine Fahrt ins Grüne sein, aber bei einem Ausflug dorthin kann man schon mal ein paar Stunden auf Bäumerauschen verzichten. Dafür sieht man die jüngste Stadt der DDR, sieht, wieviel das ist: 14 000 Wohnungen für 43 000 Bürger, zehn polytechnische Oberschulen für 6120 Schüler, über 3500 Kinderkrippen- und Kindergartenplätze; man sieht die Schwimmhalle, das Bildungszentrum, sieht, wie Architekten und Künstler gemeinsam diese Stadt immer harmonischer „komponieren“; man sieht, wie die Kräne aus dem nunmehr III. Wohnkomplex in den Himmel ragen, unermüdlich Platten transportierend . . .

Artikel über Halle-Neustadt, 1971Und man muß schon „hart gesotten“ sein, wenn man in alldem nicht spürt, wie schön das ist: Eine Stadt nach unseren Maßstäben, eine sozialistische Stadt, eine Stadt, auf die Erbauer und Bewohner stolz sind… Dabei ist einem, als sei es gestern gewesen, daß der Schäfer seine Herde noch auf dem Flugplatz weidete. Und es ist ja auch noch nicht lange her.

Beeilen Sie sich also, Bekanntschaft mit Halle Neustadt zu schließen. Und wenn Sie dann noch wanderlustig genug sind: Weit ist es nicht mehr bis zur Dölauer Heide. Wenn Sie in Halle-Neustadt in die S-Bahn steigen, eine Station bis Nietleben fahren, können Sie einen schönen Spaziergang machen — durch den Wald bis Dölau, zur letzten S-Bahnstation. Von dort fahren Sie zurüdc nach Halle und weiter in Ihre Heimatorte. Dann wäre es zum Schluß doch noch ein Ausflug ins Grüne geworden.

(„Blick“, Sonderausgabe für Wandern und Touristik, 28. Mai 1971, Seite 3)

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