Beispielhaft

MNN, 28.7.61

Hier wachsender Etat, dort steigende Schulden
Halle-Süd gibt westdeutschen Gemeinden ein Beispiel

MNN, 28.7.61Halle (ADN/MNN). „Der Bonner Haushalt ist Ausdruck der Revanchepolitik und der Kriegsvorbereitungen der westdeutschen Monopole und Militaristen. Er weist Rüstungsausgaben für die Bundeswehr und für die sogenannte zivile Verteidigung in Höhe von 12,4 Milliarden D-Mark aus. Außerdem sind noch in 122 Haushaltpositionen für 13,5 Milliarden D-Mark getarnte beziehungsweise indirekte Rüstungskosten enthalten. Damit dienen 50 Prozent der Haushaltmittel einer schmutzigen und gefährlichen Politik.“ Diese Tatsachen rief gestern auf der gemeinsamen Rechenschaftslegung der Stadtverordnetenversammlung Halle-Süd und des Stadtbezirksauschusses der Nationalen Front, Bezirksbürgermeister Herbert Wald in seinem Bericht in Erinnerung zurück.
Auf die Gefahr dieser Entwicklung hinweisend, sagte der Bürgermeister: „Wir aber kennen den Wert des Friedens und ziehen es deshalb vor, unsere ganze Kraft für die Erhaltung des Lebens auf der Erde einzusetzen. Deshalb fordern wir auch den schnellen Abschluß eines Friedensvertrages mit beiden Teilen Deutschlands, weil nur mit ihm der verhängnisvollen Entwicklung ein Ende gemacht werden kann.“ Eindeutig weist der Rechenschaftsbericht nach, in welchem Teil Deutschlands die vom Volk geschaffenen Werte dem Wohlstand aller Menschen zugute kommen.
Während die westdeutschen Gemeinden zur Zeit mit 12,7 Milliarden D-Mark verschuldet sind, liegt das Haushaltvolumen des Stadtbezirkes Halle-Süd 1961 um sieben Millionen DM höher als 1958. Allein 52 Prozent der Ausgaben entfallen auf Volksbildung und 41 Prozent auf Gesundheits- und Sozialwesen.
Die Mittel für das Gesundheitswesen verdoppelten sich in den letzten vier Jahren und betragen in diesem Jahr 6,7 Millionen DM.

(Mitteldeutsche Neueste Nachrichten, 28. Juli 1961, Seite 1)

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