25 Jahre Aratora-Verein

Auch in Artern hing man sein Fähnlein nach dem Winde, und zwar recht geschwinde 🙁

Zur
fünfundzwanzigjährigen Tätigkeit
des wissenschaftlichen Vereins
Aratora.

Nachdem zu Anfang 1908 der Sippenverband mit Sippenarchiv und -museum durch E. Engelhardt und im April das Heimatmuseum durch E. Thierbach begründet worden waren, veröffentlichte jener zu Anfang 1911 seinen „Weckruf: Heimatliebe, Heimatgeschichte und Heimatforderungen“ zum Gründen der Aratora und ihrer Zeitschrift; am 8. Februar in der Gründungsversammlung meldeten sich erst noch fünf Männer: Superintendent Paul Baarts, Rektor Ernst Hase, Buchdruckereibesitzer Ernst Hoffmann, Goldschmiedemeister Franz Ziehme und des Gründers Bruder Otto Engelhardt, bald aber schlossen sich mehr als hundert weitere Mitglieder an und die Aratora hielt durch, besteht nun bereits ein Vierteljahrhundert lang. Spät hat sich das Dritte Reich der Deutschen restlos, im Innern und Äußern, durchgesetzt, und dementsprechend mußten sich viele Gesellschaften umstellen. Jedoch unsres wissenschaftlichen Vereins Streben war schon stets: über alle Schranken hinweg in edel deutsch-sozialistischer Zielrichtung möglichst dem gesamten Volkstum unserer nordthüringer Gelte und darüber hinaus auch unsern Landsleuten in der Ferne selbstlos zu dienen, wie schon der Untertitel lehrt: Verein für Heimat-, Sippen- und Volkstum der Gelte. Mit wissenschaftlichen Führungen, Vorträgen und Ausflügen, mit öffentlichen Ausstellungen und Volksfeierspielen, mit dem vielseitigen Stadtfest des Jahres 1929, mit Zeitschrift, Sonderdrucken und manchem Wandbild, mit dem Bedacht auf Sippen- und Rassetum, auf Schutz und Verschönung der Heimat, mit dem Bergen von Erdschichtlichem, Vorgeschichtlichem, Urkundlichem, Mundartlichem u.a., mit Liebe zu Sage und Sitte, zu Geschichte, Märchen und Brauch, mit Museumsausgestaltung sind wir schon teils 28, teils 25 Jahre lang über Hohn und Haß unsrer Feinde und der Gegner des Deutschtums hinweggeschritten, nach Möglichleeit allezeit, in ehrenamtlich unbezahltem Schaffen, zu Nutzen unserer Heimat und unsres Volkes. Solch alter freiwilliger Heimat- und Volksdienst der Aratora, oft verächtlich beschielt, ward ja unter unserm Führer Adolf Hitler zu staatsbürgerlicher Pflicht aller Deutschen. Und das Dritte Reich will keineswegs die Eigenart einzelner Sippen, Gaue und Stämme verwischen oder gar unterdrücken, im Gegenteil, bewußt hat es unser Volkstum und dessen Gliederungen zu seiner Grundlage erklärt. Was für manche Deutsche und Thüringer noch ein ängstliches Spähen und Tasten sein mag, für uns Aratorer und treuverbundene andere ists ein klares tapfres Weiterschreiten auf unserm längstbewährten Wege, zum Segen für Heimat und Volk bis in fernste Zeiten. Heil mitteldeutscher Heimat und deutschem Vaterlande, Heil unserm großen Führer, Heil unserm Volke!

(Quelle: Zeitschrift ARATORA, 25. und 26. Jahrgang, 13. Band für die Jahre 1935 und 1936, Privatdruck des wissenschaftlichen Vereins Aratora. Nur für Mitglieder. Artern an der Unstrut 1935.)

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