Die Menschen hungern und hungern

Briefumschlag, 1947

Bottorf, den 23.4.47

Lieber Fritz!

lange haben Sie nichts von uns gehört. Heute wollen wir aber doch einige Zeilen an Sie richten. Vor allen Dingen haben Sie recht herzlichen Dank für Ihre lieben Briefe, die zwar auch selten eintreffen, aber von uns stets mt Freude und Interesse aufgenommen werden. Immer schon wollten wir Ihnen einmal antworten, aber Sie wissen ja selbst, wie es bei uns hier zugeht. Stets viel Arbeit und abends stellt sich prompt die Müdigkeit ein und dann unterbleibt das Schreiben meist. Also, es ist bestimmt kein böser Wille. Gedacht und gesprochen haben wir schon öfter von Ihnen. Es ist nun schon wieder ein gutes Jahr her seitdem Sie uns verliessen um zu Ihrer Familie zurück zukehren. Wie es Ihnen im allgemeinen ergangen ist haben Sie uns ja immer in Ihren netten Briefen geschildert und wir freuen uns, dass es Ihnen allen gut geht. Bei uns hier hat sich im Grossen und Ganzen nichts wesentlich verändert, es geht hier alles noch seinen üblichen Gang, den Sie ja auch kennen.Lies weiter

Habe fertig.

Schulentlassungszeugnis, 1901Die Quintessenz von 8 Jahren Schule:

Schulbesuch: Regelmäßig.     Betragen: Lobenswert.
Fleiß: Recht gut.     Aufmerksamkeit: Recht gut.
Kenntnisse und Fertigkeiten
Religion: Recht gut.     Schreiben: Recht gut.
Deutsch: Recht gut.     Zeichnen: Recht gut.
Rechnen und Raumlehre: Recht gut.     Singen: Recht gut.
Realien: Recht gut.     Turnen Handarbeit: Recht gut.

Und dazwischen: der 17. Juni

Ablehung der Zulassung zur Oberschule, April 1953Der Rat des Kreises Artern, Abt. Volksbildung

Artern, den 21.April 1953

Herrn Friedrich K.,
Gehofen
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Betr.: Besuch der Oberschule
Nach nochmaliger Überprüfung mußte Ihr Antrag auf Zulassung Ihrer Tochter A. zur Oberschule abgeklehnt werden, weil das Kontingent von 80 Schülern nicht überschritten werden darf.

i.V. Schulrat

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